Module der biodynamischen Fortbildung

Aufbau, Inhalte und Ausbildungsjahre

Aufbau der Module

Die Module I-IV sind Grundlagenmodule.

Die einzelnen Module haben unterschiedliche physiologische Schwerpunkte um im Sinne des biodynamischen Ansatzes an die Funktionsweise des Körpers heranzuführen.

Gleichwohl in den Modulen Schwerpunkte gesetzt werden, ist die Aufmerksamkeit immer auf das Ganze gerichtet.

Die einzelnen Module sind darauf ausgerichtet eine erneute Interaktion des physischen Körpers mit unterschiedlichen Bewusstseinsräumen einzuleiten.
Im Anschluss können Möglichkeiten der Vertiefung gewählt werden.

Bewusstseinsräume im therapeutischen Feld

Im therapeutischen Feld begegnen uns unterschiedliche Bewusstseinsräume, die über Berührung, Körperwahrnehmung, Empfindung und innere Bilder zugänglich werden können.

  • Körperbewusstsein: neurophysiologische Propriozeption, Körperwahrnehmung und Empfindung; Körpergedächtnis der Embryogenese und der Soziogenese;
  • Bewusstseinsräume der Persönlichkeit, der Seele und des Herzens: die psycho-emotionale Ebene
  • Bewusstseinsräume des Geistes: Geist-Verstandesebene

Inhalte der Module

  • Embryologische und physiologische Grundlagen zu den jeweiligen Schwerpunkten
  • Erweiterung bereits erworbener therapeutischer Fähigkeiten durch wirksame biodynamische Werkzeuge als Eintrittspforten in die Abläufe von Regulation und Steuerung
  • Übungen zur körperzentrierten Selbsterfahrung über den Atem und  über eine Balance im Nervensystem (zentral, peripher und autonom)
  • Zusammenführen äußerer Sinneseindrücke und erworbenem Wissen mit inneren Wahrnehmungsbildern und klaren intuitiv wahrnehmbaren Impulsen

Erweiterung der Wahrnehmungsräume

  • Selbsterfahrung embryologischer Grundlagen: formative Prozesse der Embryologie und embryologische Bewegungsmuster im eigenen Körper wieder erfahren
  • Selbsterfahrung als Reise zum eigenen Selbst: konditionierte Felder der Gedanken und Verhaltensmuster erkennen und mögliche Perspektivenwechsel einbringen. Arbeit mit dem eigenen Körpergedächtnis
  • Selbsterfahrung der Projektion innerer Abläufe nach außen über körperzentrierte Aspekte der Aufstellungsarbeit
  • Erfahren unterschiedlicher Qualitäten von Rhythmen über das Arbeiten in den Räumen der Natur; die natürlichen Prozesse als ein Abbild der Transformation erleben;

Ziel der Ausbildung: Wahrnehmungserweiterung

  • Aufbau therapeutisch wirksamer Felder
  • Gewebequalitäten, Bewegungsmuster und Rhythmen von Symptomfeldern für diagnostische Bilder erkennen
  • Erkennen physiologischer, adaptiver und kompensatorischer Muster im Körper
  • Einleiten tiefgreifender Transformationsprozesse in unterschiedlichen Bewusstseinsräumen

„Das „Be-greifen“ wird zu einer Synthese aus Wissen, Wahrnehmung über äußere Sinne, inneren Bildern und einer achtsamen, mitfühlenden Präsenz.“

Wirksame Prinzipien im therapeutischen Feld

  • Prinzipien von Rhythmus und Zyklus
  • Rhythmus im Zeit- und Raum-Geschehen
  • Informationsaustausch zwischen innen und außen

Aufbau der gesamten Fortbildung

Abschnitt Module Ausrichtung
1. Ausbildungsjahr Module I–IV Grundlagenmodule; wirksame Werkzeuge für die Praxis
2. Ausbildungsjahr Module V–VI Vertiefung für Interessierte
3. Ausbildungsjahr Module VII–VIII Weiterführende Vertiefung für Interessierte

Ab Modul IV sind auch unterschiedliche Kooperationen mit anderen Disziplinen in Planung.

1. Ausbildungsjahr

Modul I

20. – 23.01.2027

Theoretische Grundlagen

  • Einführung in biodynamische Begrifflichkeiten und Didaktik sowie Übergänge in erweiterte Wahrnehmungsräume
  • Einführung in die Begrifflichkeit „Der funktionelle Raum des therapeutischen Feldes“
  • Einführung in embryologische Grundlagen des autonomen Nervensystems
  • Einführung in die Physiologie des autonomen Nervensystems

Praktische Annäherung

  • Diagnostische Parameter: Rhythmus, Qualität und Muster – Wie nimmst du das Gewebe im Moment wahr?
  • Diagnostisches Werkzeug: Funktionszustand des autonomen Nervensystems erkennen und Ordnungsprinzipien über eine Balance im Vegetativum einleiten
  • Sympathikus und Parasympathikus differenzieren
  • Atemrhythmen als Ausdruck der Körperphysiologie und als Rhythmen der Reorganisation verstehen
  • Das Ventrikelsystem als Regulativ für Grundsteuerungssysteme im Körper erfahren, insbesondere Atmung und Herz-Kreislauf
  • Einleiten der Ordnungsprinzipien über den IV. Ventrikel

Modul II

26. – 29.05.2027

Theoretische Grundlagen

  • Physiologische Grundlagen: Der Hypothalamus als zentrale Steuerungsachse für das vegetative Nervensystem
  • Physiologie des Ventrikelsystems mit Fokus auf den III. Ventrikel
  • Steuerungsachsen: Hypothalamus, Hypophyse und Nebennieren
  • Steuerungsachsen: Hypothalamus, Hypophyse und Schilddrüse
  • Steuerungsachsen: Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse und Leber
  • Hypothalamus-Gonaden-Achse
  • Verbindung der Hormonachsen via Hypothalamus mit dem Ventrikelsystem über die sogenannten zirkumventrikulären Organe

Praktische Annäherung

  • Das Symptom immer mehr als Ausdruck eines komplexen, reaktiven Prozesses verstehen
  • Vertiefung der Kommunikation mit der Regulation der Körperphysiologie
  • Diagnostische Differenzierung: Befindet sich der Körper in Adaptation, Kompensation oder beginnt er zunehmend Energie zu verlieren?
  • Interventionsmöglichkeiten in den einzelnen Stadien erkennen
  • Austesten möglicher Unverträglichkeiten zur Unterstützung der Gesundheit
  • Austesten von Supplements
  • Einleiten umfassenderer Transformationen auf der Ebene des Stoffwechsels
  • Einführung in die Wahrnehmung embryologischer und formativer Prozesse

Das Ventrikelsystem

  • als therapeutisch wirksame Flüssigkeitsfelder zur Regeneration erfahren
  • den Liquor als Verbindungsmedium zwischen Körperphysiologie, Embryologie und dem Wesen des Menschen verstehen
  • ein Verständnis für die Rhythmen des grobstofflichen und feinstofflichen Körpers entwickeln

Modul III

Einzelsetting: 20. – 23.10.2027

Modul III führt bereits erlernte Zugänge zusammen und legt einen Fokus auf Selbstbehandlung und Selbsterfahrung embryologischer Gestaltungsprozesse.

  • Onlineformat: 4 Online-Einheiten zu jeweils 3 Stunden im Zoom-Raum
  • Gruppensetting: 1x pro Monat über 4 Monate
  • Beginn mit Einzelsetting und Abschluss mit Einzelsetting
  • Im therapeutischen Feld werden unterschiedliche Bewusstseinsräume betreten, die unterschiedliche Rhythmen, Bewegungsmuster und Funktionen zeigen
  • Theoretische Grundlagen entsprechend den Abschnitten zur Einführung in die embryologischen Grundlagen
  • Einführung in embryologische Bewegungsmuster über körperliche Selbsterfahrung
  • Rhythmus, Qualität und Ausdruck der formativen Prozesse erleben, erfahren, transformieren und bestmöglich neu ausrichten
  • Audioaufnahmen zur selbständigen Vertiefung

2. Ausbildungsjahr

Modul IV

23. – 26.02.2028

Theoretische Grundlagen

  • Embryologische Grundlagen des Verdauungssystems
  • Physiologische Grundlagen des Lymphsystems und des Liquors als wirksame Agenda für das Immunsystem
  • Grundlagen des autonomen Nervensystems in der Regulation der Organfunktionen
  • Verdauungstrakt und Gefäßsystem

Praktische Annäherung

  • Fokus auf ein stabiles therapeutisches Feld durch Referenzräume
  • Formative Prozesse in ihrem Rhythmus-, Qualitäts- und Funktionsausdruck vertiefend erfahren
  • Der Referenzraum Mittellinie (Chorda dorsalis) für eine neue Ausrichtung der Körperphysiologie
  • Achsenausrichtung und Bewegungsimpulse in der beginnenden Dreidimensionalität im dreiblättrigen Keimblatt
  • Vertiefung der Verbindung von Physiologie und Embryologie für das Verständnis der Körperfunktion im Moment

Modul V

In Modul V verschmelzen Theorie, Physiologie, Embryologie und praktische Annäherung immer mehr zu einer Einheit.

Ankommen in den formativen Prozessen des dreidimensionalen Embryos:

  • In die Felder und Rhythmen des formativen Geschehens eintreten
  • Embryologische Grundlagen: Bildung der Körperhöhlen

Anlage und Entwicklung des Viscerocraniums:

  • Viscerocranium, Neurocranium und Herzraum
  • Viscerocranium, Neurocranium und Ausrichtung der Hormonachse mit Fokus Jugendalter
  • Viscerocranium, Neurocranium und Körperhöhlen in Verbindung mit kieferorthopädischen Maßnahmen

Modul VI

Modul VI vertieft die Selbsterfahrungsmomente, damit das therapeutische Feld immer mehr zu einem wertfreien, erfahrenen Resonanzfeld aufgebaut werden kann.

Embryogenese und Soziogenese erfahren, annehmen, neu ordnen und neu ausrichten. Einbeziehung nicht integrierter Selbstanteile über körperzentrierte Arbeit.

  • Selbstanteile in der Phase der Embryogenese
  • Selbstanteile in prägenden Phasen im Familiensystem und Ordnung im transgenerativen System
  • Selbstanteile in der Ordnung des Selbst und Verbindung zu Anteilen des höheren Selbst
  • Wege in eine innere und äußere Ordnung

Aufbau: Beginn mit Einzelsetting, 4x Gruppensetting und Aufstellungstag vor Ort

3. Ausbildungsjahr

Modul VII

  • Embryologische Grundlagen
  • Induktion: Chorda dorsalis sowie Ekto-, Meso- und Endoderm-Ausrichtung
  • Somitenbildung: Metamerie und Körperhöhlen
  • Physiologie und Embryologie begegnen einander im therapeutischen Feld immer direkter in der Anerkennung von Anlage-, Wachstums- und Ursprungsfeldern
  • Dreidimensionales Behandeln in einem interaktiven therapeutischen Feld der drei Ursprungsfelder der Keimblätter
  • Ekto, Meso und Endo als interaktives Netzwerk der Körperphysiologie
  • Rhythmus, Zyklus und Qualitäten werden in der Wahrnehmung immer präsenter
  • Dichte, Durchlässigkeit, Form und Funktionsausdruck treten in den Vordergrund der Wahrnehmung
  • Den Qualitäten Ordnung, Ruhe und Stille im Gewebe und in der Wahrnehmung folgen Transformation und neue Funktionsmöglichkeiten des Körpers
  • Die Wirbelsäule als Einstiegspforte
  • Das cranio-caudale System als Weg in die körperliche Einheit
  • Das Gefäßsystem als wesentliches Stützsystem
  • Gefäßsystem und Nervensystem als Dirigenten des Verdauungstraktes
  • Das Mesoderm mit seinen unterschiedlichen Funktionen

Modul VIII

Transformation, Transmutation und Integration in das Neue. Wege über das Ich-Bewusstsein in das Selbst-Bewusstsein und in ein Wir-Bewusstsein.

  • Zusammenführen bereits erworbener Wahrnehmungsfähigkeiten
  • Die grob- und feinstofflichen Aspekte des menschlichen Körpers und Seins treten immer mehr auf die Behandlungsbühne
  • Der Mensch mit seinem Sein erhält mehr Raum für seinen individuellen Ausdruck
  • Der Ausdruck wird von den sichtbaren zu den wahrnehmbaren Aspekten geführt
  • Von der Sprache zur Symbolwelt und zurück zur Sprache
  • Die Einheit Körper, Seele und Geist wird lebendiger und berührt immer mehr im therapeutischen Feld
  • Die feinstofflichen und geistigen Aspekte treten im therapeutischen Feld immer mehr in die Wirkung

Transformative Prozesse

Ein erneutes Auftauchen des Körpersystems nach tiefen transformativen Prozessen soll eingeleitet werden.

  • Ventrikelsystem
  • Limbisches System
  • Hirnstamm
  • Frontalcortex und Cerebellum
  • Das alte Speichersystem trifft neue Ausrichtungsmöglichkeiten durch Transformation konditionierter Felder
  • Felder der Generationen, der individuellen Ahnenreihe sowie des kollektiven Bewusstseins und der kollektiven Absicht
  • Hypothalamus als Relaisstation zwischen Vegetativum und Thalamus
  • Ich-Persönlichkeitsanteile werden immer mehr eingeholt; das Selbst in Verbindung mit den Wesensanteilen darf mehr Raum nehmen

Modul VIII bietet einen Raum und einen geschützten Rahmen für individuelle tiefgreifende Behandlungen im Gruppensetting.